Sonntag, 16. September 2018

Von Stroh zu Gold -

Experimentelle Kunst zwischen Leinwand und Webstuhl


 

Von Stroh zu Gold – Experimentelle Kunst zwischen Leinwand und Webstuhl

Heike Schlobinskis Ausstellung Schnuckenprojekte zeigt neue Wege

Borstige Schönheit und robuste Transparenz: Eine neue Ausstellung im Winser Museumshof zeigt ab Sonntag, 16. September bis 28. Oktober 2018, schöpferische Reibungsflächen im Spannungsfeld von Kunst und Natur.

Mit den Schnuckenprojekten stellt die Künstlerin Heike Schlobinski einen facettenreichen Werkzyklus vor, der inspiriert ist vom archaischen Reiz der Heidschnucke. Neben Malerei, Zeichnungen und medialen Dokumentationen präsentiert die Künstlerin erstmals Unikate ihrer aktuellsten textilen Werkgruppe „transparente Raumkunst“.

Ausgangspunkt und Leitfaden für die Schnuckenprojekte ist eine mehrjährige künstlerische Forschungsphase in der Schmarbecker Heide, wo Heike Schlobinski dem natürlichen Jahreszyklus einer Schnuckenherde folgt und mit dem wachsamen Blick einer Künstlerin das eigenwillige Wesen der Tiere studiert.

Die Ausstellung dokumentiert Teile dieser Spurensuche. Eindrucksvolles Kernstück der Präsentation ist eine Gemäldeserie von markanten Schnuckenporträts – befremdlich in ihrer realistischen Unmittelbarkeit, verführerisch in ihrer sinnlich-stofflichen Malweise.

Heike Schlobinski (*1963) studierte Textildesign in Kassel und Hannover und ist seit 1995 als freischaffende Malerin tätig. Ihre Arbeiten zeigen einen ausgeprägten Sinn für haptische Qualitäten.

Ihr gestalterisches Interesse an Material, Stofflichkeit und Oberfläche führt zu einer besonderen Ausdrucksweise am Webstuhl: Herausgefordert vom widerspenstigen Charakter des Schnuckenhaarkleides entwirft sie experimentelle Gewebe aus handgesponnenen Schnuckengarnen in handwerklich bewusst reduzierter Arbeitsweise.

Mit der textilen Interpretation der Schnuckenwolle schlägt Heike Schlobinski einen Bogen zwischen Malerei und Webkunst und verleiht dem unbeliebten und kulturell nahezu vergessenen Material einen ästhetischen, mitunter märchenhaften Glanz.

Das Museum steuert der Ausstellung mit einem historischen Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der bäuerlichen Schnuckenhaltung einen spannenden Aspekt bei und unterstreicht somit zusätzlich die kulturelle Relevanz des Themas.

Die Ausstellung „Schnuckenprojekte“ wird am Sonntag, den 16. September 2018 um 11.30 Uhr in „Dat groode Hus“ im Winser Museumshof eröffnet

 

 


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